Schimmelgutachten bei Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter

Das Schimmelgutachten als Grundlage jurischer Entscheidung

Wenn sich Mieter und Vermieter vor Gericht fetzen, geht es oftmals um Schimmel in der Wohnung. Wer Schimmel und damit einen großen Schaden für das gesamte Gebäude verursacht, soll dafür haften. Eine Schuldfrage zu klären, ist im Allgemeinen schon nicht immer so einfach, beim Schimmel im Haus umso schwieriger. Schimmelpilze einmal oberflächlich zu reinigen reicht niemals aus, ohne deren Ursache im Vorfeld zu beseitigen. Insofern ist das Schimmelgutachten durch den neutralen Sachverständigen grundsätzlich die erste wichtige Maßnahme, auf der alles andere, was da noch folgt, aufbaut.

Der neutrale Sachverständige als Vermittler zwischen Mieter und Vermieter

Schimmel in der Wohnung ist selbstverständlich eine deutliche Minderung der Wohnqualität, die es schnellstens abzustellen gilt. Eine Mietminderung ist rechtlich aber nur dann durchsetzbar, wenn die Ursache zum Beispiel eindeutig auf Baumängel zurückzuführen ist. Der Eigentümer des Hauses wird dagegen argumentieren, dass die Bewohner der Wohnung falsch lüften und heizen, dass einzelne große Möbelstücke zu dicht an einer Außenwand stehen und dadurch die Luftzirkulation unterbinden. Wer hat nun recht?

Bekannt geworden ist inzwischen, dass in weniger als zehn Prozent aller Schimmelschäden das Lüftungsverhalten alleinige Ursache ist. In mehr als 60 Prozent der Fälle liegen fehlerhafte Durchführungen von Sanierungen oder Mängel in der Bausubstanz vor. Es ist schon bezeichnend, dass Schimmel allzu oft erstmalig nach einer groß angelegten Haussanierung beziehungsweise Modernisierung auftritt, bei der besonderer Wert auf die thermische Isolierung gelegt wurde, was ja auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

All die damit verbundenen Fragen, deren Antworten erhebliche Konsequenzen haben können, können nur auf der Grundlage eines neutralen, professionellen Schimmelgutachtens geklärt werden. Das Wachsen und Gedeihen von Schimmelpilzen basiert auf ausreichend Feuchtigkeit und dem gleichzeitigen Vorhandensein geeigneter Nährstoffe. Außerdem von Bedeutung sind die Temperaturen und die auftretenden pH-Werte im gesamten Umfeld. Zur Eingrenzung der entscheidenden Parameter werden heute folgende Maßnahmen angewandt:

  • Erste Inaugenscheinnahme und Begutachtung
  • Feuchtigkeitsmessungen
  • Luftkeimmessungen
  • Einsatz thermografischer Verfahren
  • Identifizierung von Wärmebrücken
  • Quantitative Interpretation der Messungen
  • Analyse der Ergebnisse und Berichterstellung
  • Aktionsplan mit Kostenangebot für verschiedene Optionen

Die sich daraus ergebenden Sanierungsempfehlungen sind Teil des umfassenden Schadensmanagements, das sowohl dem Mieter als auch dem Vermieter zugutekommt. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten ist die nachhaltige Vermeidung von Schimmelbildung und die Minimierung der Kosten für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Beides funktioniert aber nur auf der Grundlage eines Schimmelgutachtens durch einen unabhängigen, TÜV-geprüften Sachverständigen für Schimmelpilzsanierung, das gegebenenfalls vor Gericht standhält.